Jährliches Archiv:2021

Gut zu wissen - Nachhaltig im MondSeeLand

Videoclips „Gut zu wissen – Nachhaltig im MondSeeLand“

Zusammenarbeit in der Region steht für uns an oberster Stelle – und dank der Idee des Tourismusverbandes Mondsee-Irrsee wurde ein Weg gefunden, einmal mehr die Kräfte zu bündeln! 1 x wöchentlich wird vom Tourismusverband MondSeeLand der Fokus auf Wissenswertes rund um Nachhaltigkeit im Mondseeland gelegt – dazu gibt es jeweils kurze Videoclips!
Für die Inhalte sorgen der Tourismusverband gemeinsam mit der Leader Region FUMO und der KEM Mondseeland, die Durchführung erfolgt durch Thomas Ebner als großartiger Interviewer sowie Kathrin Haas als talentierte Videoproduzentin! :)
Teil 1 – Nordmoor:
Teil 2 – Hummelwiese:
Teil 10 – Die Franztaler
Teil 11 – Troad-Mehl-Brot
Gut zu wissen - Nachhaltig im MondSeeLand


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Thermografieaktion 2021 trägt schon erste Früchte

Die „Thermografieaktion 2021“ der KEM Mondseeland und des Tourismusverbandes MondSeeLand konnte kürzlich abgeschlossen werden!

Ein Experte für Thermografiemessungen, das Ingenieurbüro Zauner aus Salzburg, konnte im kalten Februar und im Dunklen der Nacht erfolgreich einige touristische Gebäude im Mondseeland auf eventuelle Wärmeverluste kontrollieren. Benjamin Zauner war dabei mir seiner Wärmebildkamera auf dem Weg, wodurch eine Datengrundlage für eventuelle Verbesserungen sowie eine entsprechende Reduktion der Heizkosten und des Energieverbrauchs geschaffen wurde. Erste Maßnahmen – von Dichtungsüberprüfungen der Fenster über einen Haustürentausch bis hin zur Netzabtrennung der PV-Anlage oder der Installation eines Stromspeichers – wurden bereits vorgenommen oder sind auf Basis der Abschlussbesprechung in Planung!
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Mondseelandgemeinden setzen sich für neue Lösungen im öffentlichen Nahverkehr ein

Die BürgermeisterInnen sind sich einig – der öffentliche Personennahverkehr, kurz ÖPNV, muss gerade in ländlichen, zersiedelten und klein strukturierten Gebieten künftig völlig neu gedacht werden. Die letzten Monate zeigten intensiv, dass aktuelle, besonders herausfordernde globale Krisen massiven Druck auf unterschiedliche Gesellschaftsbereiche ausüben. Verhaltensänderungen der Menschen bilden die Basis für neue Wege, aber nicht, ohne die notwendigen Strukturen und Angebote dafür zu schaffen. Dass der traditionelle, starre Linienverkehr des ÖPNV nicht mehr zeitgemäß ist und die Bedürfnisse der Bevölkerung keineswegs abdeckt, wurde mit den Gemeinden schon seit längerer Zeit intensiv diskutiert.

Was könnte also eine Lösung sein?

Ein Busshuttle auf Abruf – kann das was? Die Digitalisierung ist parallel zu unserem Verkehrssystem weiter fortgeschritten und bietet nun endlich maßgeschneiderte, niederschwellige, effiziente und vergleichsweise kostengünstige Möglichkeiten. Der FUMObil-Masterplan (LEADER-Projekt) bietet vielfältige Möglichkeiten zur Reduktion des Verkehrs für die FUMO-Region. Ein Vorschlag ist, ein On-Demand-Rufbussystem – sozusagen ein Shuttlesystem auf Abruf – mit vordefinierten Haltepunkten quer über die Region als Lösung für bisher nicht erschlossene Bereiche ins Leben zu rufen. Wie das funktioniert? Kurz erklärt ruft man das Shuttle über eine App oder lässt es rufen, wartet maximal 30 Minuten mit genau definierter Ankunftszeit, bezahlt je nach Auslastung während der Fahrt und wird zum gewünschten Haltepunkt innerhalb der Region gefahren. Genau das wollen die BürgermeisterInnen des Mondseelandes nun genauer wissen. Aktuell wird von der Österreichischen Postbus AG ein Vorschlag für das technisch sehr weit ausgereifte Projekt „ÖBB Postbus Shuttle“ auf die Region Mondseeland heruntergebrochen und theoretisch ausgearbeitet.

Grundsatzbeschlüsse werden gefasst

Bis zum Sommer soll in allen sieben Mondseelandgemeinden – Innerschwand am Mondsee, Mondsee, Oberhofen am Irrsee, Oberwang, St. Lorenz, Tiefgraben und Zell am Moos – ein Beschluss gefasst werden, um offiziell zu zeigen, dass man gesammelt hinter besagtem Vorhaben steht und dieses in enger Abstimmung mit den RegionalentwicklungsakteurInnen – LEADER-Region FUMO, KEM Mondseeland, Tourismusverband Mondsee-Irrsee und dem Mobilitätsmanagement RMOÖ – mit hoher Dringlichkeit weiterverfolgt.

Auch in vielen anderen Regionen Österreichs findet in puncto öffentlicher Nahverkehr gerade ein Umdenken statt – in den drei Gemeinden Steyregg, Luftenberg und St. Georgen an der Gusen im unteren Mühlviertel kommt das Postbusshuttle sogar bereits zum Einsatz. Den Beitrag dazu findet man auf ooe.orf.at unter dem Titel „Postbus auf Abruf im Mühlviertel“.

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Foto: BürgermeisterInnen des Mondseelandes setzen sich für neue ÖPNV-Lösungen ein (LEADER-Region FUMO 2021)


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Impulsvortrag „Über Klimaschutz reden – ABER WIE?“

Klimaschutz hat einen immer wichtigeren Stellenwert in unserer Gesellschaft. Die Kommunikation dieses Themas nach außen gestaltet sich jedoch nicht immer einfach, da die Menschen sehr viele unterschiedliche Ansichten vertreten. Viele von uns leisten bereits Beiträge zur Klimawende – beim Versuch, die Inhalte dann auch gut zu kommunizieren, stoßen wir oft auf Hürden! Hierzu hat die Green Makes Community gemeinsam mit der KEM Mondseeland einen Impulsvortrag der Umweltpsychologin Laura Farage mit der Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Diskussion im Anschluss organisiert.

DATUM: Dienstag, 01. Juni 2021

UHRZEIT: 17:30 – 20:00 Uhr

WO: Online via Zoom

ZUGANGSLINK: https://zoom.us/j/98553834114

MEETING-ID: 985 5383 4114

WER: Interessierte BewohnerInnen des Mondseelandes, GemeindevertreterInnen und -mitarbeiterInnen, TourismusverbandmitarbeiterInnen …

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme – gemeinsam kann es uns gelingen, Klimaschutz in der Region voranzutreiben und wirksamer an die Öffentlichkeit zu tragen.

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Sozialraumanalyse zur Jugend im Mondseeland

September bis Dezember 2020 widmete man sich der Jugend im Mondseeland – im Rahmen einer Sozialraumstudie der Soziale Initiative GmbH wurde im Auftrag der Mondseelandgemeinden direkt der Kontakt zu den Jugendlichen gesucht, um ihre Gewohnheiten und Bedürfnisse zu eruieren. Eine sehr wertvolle Analyse, deren Ergebnisse online am 7.4.2021 allen Interessenten präsentiert wurden und welche den nachhaltigen Aufbau einer professionellen Jugendarbeit in der Region initiiert.

Gleich hier die Studie oder die zusammengefasste Präsentation downloaden!

Jugend-Sozialraumanalyse Mondseeland © Soziale Initiative GmbH
Geschulte JugendarbeiterInnen waren zu diesem Zweck in allen Gemeinden unterwegs und haben mit insgesamt 30-40 Jugendlichen im Alter von 12-17 Jahren gesprochen. Neben den Sozialraumbegehungen und aktivierenden Befragungen wurden auch Interviews mit Schlüsselpersonen aus dem Sozialbereich und der Öffentlichen Hand geführt.

 

Eine „Jugendkultur des Chillens“ – So bezeichnen die JugendarbeiterInnen den Alltag und die Hauptinteressen der Jugendlichen im Mondseeland. In der Regel gut eingebettet in gesellschaftliche Strukturen und stabile Verhältnisse, aktiv in zahlreichen Vereinen, sehnen sich die Jugendlichen vor allem nach mehr Auszeit, weniger Leistungsdruck und Kontrolle durch Erwachsene und Schulen sowie nach Plätzen, wo sie sich ungestört und „unbeobachtet“ aufhalten können. Die Ergebnisse der Studien zeigten auch, dass das Mondseeland in puncto Kriminalität im österreichischen Schnitt liegt.

Professionelle Jugendarbeit für ein gutes Miteinander – Die Verankerung einer professionellen Jugendarbeit im Mondseeland ist ein zentrales Anliegen der Sozialraumanalyse. Die zentralen Säulen dafür sind eine dauerhafte Begleitung und Beratung der Jugend sowie der Eltern, eine dezentrale mobile Jugendarbeit im öffentlichen Raum aller Gemeinden, eine gezielte Netzwerkarbeit zwischen allen relevanten AkteurInnen (Jugendliche, Eltern, Schulen, Vereinen, Gemeinden, Polizei, AnrainerInnen) sowie die Schaffung und Gestaltung gemeinsamer Lebens- und Erfahrungsräume durch Aktivitäten und Veranstaltungen im Sinne der Jugendkultur. Ziel ist es, Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken sowie ein gutes Miteinander in der Region zu fördern.

Wie kann Jugendarbeit im Mondseeland konkret aussehen? Empfohlen wird die Schaffung eines verschränkten Jugendangebots: Zwei professionelle JugendarbeiterInnen sollen mobil und bedarfsorientiert in allen Gemeinden unterwegs sein. Dafür wird eine Ausstattung für die mobile Jugendarbeit sowie eine „kreative Home-Base“ in Mondsee benötigt. In einer (noch zu suchenden) flexibel gestaltbaren Immobilie in Mondsee mit sehr einfachen, multifunktional nutzbaren Räumlichkeiten soll es Platz für Jugendliche, Jugendkultur sowie für eine niederschwellige Beratungsstelle für Jugendliche und Eltern geben.

Die Mondseelandgemeinden gehen einen weiteren Schritt! Für die „Entwicklung der professionellen Jugendarbeit im Mondseeland“ wird nun ein LEADER-Projekt von allen acht Gemeinden initiiert und ein professioneller Trägerverein für das verschränkte Jugendangebot gesucht. In einem strukturierten Beteiligungsprozess, mit der Jugend selbst als zentralem Kern sowie mit Schulen, Vereinen, Gemeinden, Eltern etc., wird sodann die konkrete Ausgestaltung für das regionale Jugendangebot in allen Gemeinden entwickelt. Vielen Dank im Voraus für das Feedback und Bereitschaft aller Beteiligten, sich für die Jugend im Mondseeland einzubringen!



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Schotterabbaubetrieb Grabner – innovative PV-Lösung in Oberwang

Die KEM Mondseeland hat wieder einen ENERGIEPIONIER in der Region besucht. Eine interessante PV-Lösung wurde in der Gemeinde Oberwang realisiert. Es ist schon einigermaßen überraschend, dass ausgerechnet in einem Schotterabbaubetrieb innovative energetische Lösungen umgesetzt werden. Die Familie Grabner, ein Familienbetrieb seit 1978 in der Gemeinde Oberwang, hat im Jahr 2020 mit der Installation einer 100 kWp-Anlage gleich vier Aufgabenstellungen gelöst:

  1. Die Stromkostenreduktion für die nächsten 25 Jahre für das Schotterabbauunternehmen
  2. Die Reduktion der ohnehin bereits reduzierten CO2-Emission
  3. Der Schutz des Gummi-Förderbandes vor der natürlichen UV-Strahlung
  4. Die Vermeidung der zusätzlichen Flächenversiegelung von Grünland durch die Errichtung der Anlage auf einer bestehenden Betriebseinrichtung

Das Unternehmen Grabner hatte bereits im Jahr 2005 ihr Umweltbewusstsein unter Beweis gestellt, als der innerbetriebliche Materialtransport von Diesel–LKWs auf stromgetriebene Förderbänder umgestellt und damit jährlich rund 20.000 Liter Diesel eingespart wurden. Die Investition in die Photovoltaikanlage reduziert die CO2-Belastung während der Lebenszeit der Anlage um geschätzte weitere 7000 Tonnen. Von dieser CO2-Reduktion werden zukünftig auch Kunden des Schotterabbaubetriebs – wie z.B. Baufirmen – dabei unterstützt, die CO2-Bilanz der damit errichteten Gebäude positiv zu beeinflussen.

Die Anlage wurde in Zusammenarbeit zwischen mehreren heimischen Unternehmen projektiert und errichtet: Projektierung und Planung sowie die Errichtung der Anlage führte die Firma Mayberg OG aus Gmunden aus, die in den letzten 15 Jahren hunderte Anlagen (von der privaten Anlage bis zur 150 kWp-Anlagen für Gewerbebetriebe und öffentliche Auftraggeber) errichtet hat. Die AC-Einbindung in die Betriebsanlage übernahm Firma Jedinger aus Frankenmarkt, welche Grabner seit Jahren betriebselektrisch betreut. Die Überdachungskonstruktion, auf der die PV–Anlage errichtet wurde, führte Firma SBM, die vor Jahren auch die Förderanlage selbst errichtet hatte, durch.

YouTube-Video der Drohnenaufnahme:

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Abb. Drohnenaufnahme – Vorderansicht © KEM Mondseeland

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Abb. Drohnenaufnahme – Seitenansicht © KEM Mondseeland

Schotterabbaubetrieb

Abb. Schotterabbaubetrieb © KEM Mondseeland

Förderband und PV-Anlage

Abb. Förderband und PV-Anlage © KEM Mondseeland

Förderband mit Überkonstruktion

Abb. Förderband und Überkonstruktion © KEM Mondseeland

PV-Module

Abb. PV-Module © KEM Mondseeland

Wechselrichter

Abb. Wechselrichter © KEM Mondseeland



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„Mitmischen und Aufmischen im Dorf“

Unter diesem Motto steht ein Projekt von Akzente Salzburg, das Jugendlichen Hintergrundwissen über unser demokratisches System vermitteln und zum Mitgestalten in ihren Heimatgemeinden motivieren soll.  Emilia, Sandra, Livia und Lena, alle Schülerinnen des BORG Straßwalchen, welches sich am Projekt beteiligt, wollen nun im Mondseeland „mitmischen“ und starten mit zwei Mondseer Schulen, der Unsesco MS und der SMS Mondsee, ein Umweltschutzprojekt. Beim Fotowettbewerb dreht sich alles um Verpackungsmüll, der auf kreative Art und Weise wiederverwendet werden soll. Upcycling nennt sich diese Alternativ-Verwertung von Abfällen. Im Projekt „521 – Umweltheld statt Plastikwelt“ soll gezielt auf die Problematik von Abfall aufmerksam gemacht werden. Die Zahl im Projekttitel steht für die jährliche Menge an weggeworfenen, genießbaren Lebensmitteln österreichweit, welche unglaubliche 521.000 Tonnen beträgt (Quelle: WWF Österreich). Um am Wettbewerb teilzunehmen, müssen die SchülerInnen einen Gegenstand upcyceln, mit kreativem Namen versehen und dann fotografisch in Szene setzen. Alle TeilnehmerInnenfotos werden zum Voting auf der Plattform „Forms“ veröffentlicht. Für die GewinnerInnen gibt es tolle, regionale Preise. Unterstützt werden die 4 Mitgestalterinnen vom Technologiezentrum und der KEM Mondseeland.

Infos unter www.dasmondseeland.at

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Mondseeland als alter Hase in der Abfalltrennung

Der Follow-Up-Workshop der Green Makes Community und der KEM Mondseeland, welcher Anfang Februar online stattfinden konnte, stand ganz im Zeichen der Abfallwirtschaft im Mondseeland sowie der zahlreichen Ideen der Green Makes TeilnehmerInnen. Erstmals wurde in diesem Zuge auch ein öffentlicher Vortrag für das ganze Mondseeland organisiert. Die Abfallberaterin Julia Scherndl vom Bezirksabfallverband Vöcklabruck konnte Spannendes zum Thema Mülltrennung im Mondseeland erzählen und viele brennende, allgegenwärtige Fragen klären. Die ZuhörerInnen erfuhren, dass der Bezirksabfallverband Vöcklabruck mit insgesamt 52 Gemeinden und 138 000 EinwohnerInnen ein vergleichsweise großer ist und dass dessen Zuständigkeiten vor allem in den privaten, nicht aber in den gewerblichen Bereich fallen. Eine weitere – meist noch unbekannte – Tatsache ist, dass es sich beim ASZ Mondseeland um das zweitälteste in ganz Oberösterreich handelt – fast schon ein Pionier in der Abfalltrennung!

Restmüll

Die BewohnerInnen des Mondseelandes sind fleißige MülltrennerInnen – mit durchschnittlich 76,4 kg Restmüll/Jahr/Person im Vergleich zu 84 kg im Bezirks-Durchschnitt (Zahlen aus 2019). Da der Restmüll die teuerste Entsorgung mit sich bringt, wirkt sich der Anteil der Verwertung auf unsere Abfallgebühren aus. Eine bessere Trennung kann also Geld sparen! Fakt ist auch, dass durchschnittlich 55% des üblichen Restmülls noch verwertet werden könnten. Eine Restabfallanalyse in OÖ 2018/19 besagt, dass mehr als die Hälfte der Fehlwürfe im Restmüll landen wie beispielweise biogene Abfälle. Auch Alteisen oder Problemstoffen wie Akkus oder entzündbaren Materialien gehen darin verloren. 100 % des Restabfalls werden in der thermischen Abfallverwertung in Wels (WAV), dem Herzstück der Oberösterreichischen Müll-Lösung, verbrannt.

Biogene Stoffe

Unser „Biomüll“ landet im Mondseeland in der „Kompostierung Matthias Schwaighofer KG“. Vorsicht ist hier gegeben bei angeblich „kompostierbaren“ Stoffen wie biologisch abbaubaren Kaffeekapseln oder Biokunststoff-Müllbeuteln. Häufig sind diese nur unter bestimmten Bedingungen kompostierbar (z.B. bei hohen Temperaturen), was Kompostieranlagen häufig nicht leisten können. Das hauptsächliche Problem der biologisch abbaubaren Plastiksackerl in der Biotonne ist jedoch, dass noch zu viele „normale“ Plastiksackerl in die Biotonne geworfen werden. Die Kompostierer unterscheiden beim Aussortieren nicht, um welches Plastik es sich handelt. Dagegen kann biologisches, pflanzliches und nicht chemisches Material wie z.B. Küchenrolle oder Papier als Biomüllbeutel verwendet werden, es sollte aber nicht die Hauptentsorgung darstellen. Fleisch sollte generell im Biomüll vermieden werden, da dies ungewünschte Nutznießer wie z.B. Ratten anzieht.

Glas

Dieses ist grundsätzlich gut recyclebar, sofern buntes und weißes Glas getrennt werden. Einen Buntglas-Fehlwurf in einem Weißglas-Container zu beseitigen, stellt die Abfallverwertung vor eine erhebliche Herausforderung. Der ökologische Aufwand sowie die Vorteile gegenüber Mehrweg-PET sind stark abhängig vom Transport, die Häufigkeit der Wiederverwendung der Flaschen oder beispielsweise gesundheitlichen Aspekten. In die Glascontainer gehören grundsätzlich nur Glasverpackungen, nicht aber Spiegel, Trinkgläser, Keramik, Flaschenverschlüsse o.Ä. 

Altpapier

Es sollte kein beschichtetes, Thermo- oder stark verschmutztes Papier (z.B. Rechnungen, feuchter, schmutziger Pizzakarton) zum Altpapier gegeben werden. Die Regel ist, je mehr unterschiedliche Materialien, desto schwerer kann es recycelt werden (z.B. Papierhülle oder Multi-Layer-Verpackungen).

Gelber Sack

In den gelben Sack kommen NUR Verpackungen aus Plastik, Metall, Textil oder beispielsweise auch Getränkekartons (Tetra Pak), nicht aber Spielsachen oder Ähnliches aus Plastik. Für einen AHA-Effekt sorgte die Tatsache, dass durch Entsorgung und Trennung im ASZ eine Recyclingquote/stoffliche Verwertung von über 90 % erreicht wird (7 unterschiedliche Behälter für eine sortenreine Trennung), wogegen die Quote beim gelben Sack nur bei ~ 30 % liegt (automatisierte Sortieranlage). Der Rest wird thermisch verwertet (u.a. in energieintensiven Betrieben, zum Beispiel in der Zellstoffindustrie). Sollte der Abfallgegenstand aus zu vielen Verbundstoffen bestehen, dann gehört dieser ebenso in den gelben Sack, nur kann er nicht stofflich, sondern nur thermisch verwertet werden. Dunkel gefärbtes Plastik (z.B. Männershampoos) wird von den Sortieranlagen nicht erkannt, weshalb man es selbst im ASZ trennen sollte.

Weitere interessante Hinweise:

  • Grundsätzlich gehört der Inhalt aus den Verpackungen; zu starke Verschmutzungen oder Nässe sollte vermieden werden; vollständige Reinigung und Trocknung ist jedoch nicht notwendig. Für Joghurtbecher oder ähnliches gilt die Devise „löffelrein“.
  • Gummiringerl können nicht recycelt werden, gehören also in den Restmüll (Prozess des Vulkanisierens = Gegenstand wird mit Hitze und Schwefel in Form gebracht)
  • Wischtücher/Feuchttücher bestehen zu einem überwiegenden Teil aus Plastik, weshalb man diese keinesfalls in die Toilette schmeißen sollte, da sie sich nicht zersetzen und Kanäle verstopfen
  • Laut der EAK GmbH landeten 2018 in Österreich knapp 860 Tonnen Altbatterien im Restabfall (Brandgefahr!)

Im Rahmen der Präsentation wurde eines sehr deutlich – der ökologischste Müll bleibt jener, der erst gar nicht anfällt. Fakt ist, dass ein großer Megatrend zu einem steigenden, kritischen Hinterfragen durch den Konsumenten und die Nutzung alternativer, umweltfreundlicherer Materialien (z.B. Recycling-PET), Re-Use und Upcycling führt. In der App des Bezirksabfallverbandes „Abfall OÖ“ findet man viele Infos und Tipps für die Abfalltrennung einzelner Materialien und Produkte sowie zur Vermeidung von Müll.

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Quelle: Bezirksabfallverband Vöcklabruck

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Quelle: Bezirksabfallverband Vöcklabruck

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Quelle: KEM Mondseeland



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Der Koglerhof in Oberhofen am Irrsee

Die KEM Mondseeland präsentiert wieder einen Energie-Vorbildbetrieb der Region, diesmal aus der nördlichsten Gemeinde der KEM. Der „Koglerhof“, ein biologisch bewirtschafteter Bauernhof, liegt auf 673 m Seehöhe auf einer Anhöhe am Koglerberg in der schönen Gemeinde Oberhofen am Irrsee. Der Großteil der Grünlandflächen von rund 25 ha Eigenfläche um den Hof sind arroundiert. Der Besitz umfasst eine Kuhherde mit 45 Kühen und 33 Hektar Grünland.

Der Betrieb ist seit jeher bemüht, umweltfreundlich und energiesparend zu produzieren. Vor einigen Jahren fiel auch der Entschluss, die Kühe auf die Weide zu schicken, um Treibstoff und Energie zu sparen.

Durch eine stromsparende Heutrocknungsanlage mit Luftentfeuchtung erfolgte die Trocknung des Heus optimal, dennoch wurde dabei eine große Menge an Strom verbraucht. Im Jahr 2017 fiel deshalb der Entschluss, in eine 100 kWp PV-Anlage zu investieren. Von den produzierten 105 000 kWh jährlich kann ein Eigenverbrauch von ca. 25 % erzielt werden, der Rest wird in das Stromnetz eingespeist, wodurch jährlich rund 57 Tonnen CO2 eingespart werden können. Vom betriebseigenen Stromverbrauch wird rund die Hälfte aus der eigenen PV-Anlage bezogen. Um den Stromverbrauch noch weiter zu senken, wurde eine Drehzahlsteuerung für die Vakuumpumpe errichtet, welche zum Melken benötigt wird. Die Stromersparnis liegt hier bei ca. 1.300 kWh pro Jahr. Zugleich wurde eine ähnliche Strommenge mit einer Milchvorkühlung über einen Plattentauscher erreicht, der zeitgleich eingebaut wurde. Der auf diese Weise eingesparte Strom von rund 2.000 kWh fließt wiederum in ein Hybridauto, einen Mitsubishi Outlander PHEV, welcher jedoch hauptsächlich mit Strom betrieben wird. Trotz vergleichsweiser kleiner Batterie wird bei 20.000 km jährlich ein Anteil von 75 % an Stromkilometern erreicht, da vorwiegend kurze Strecken für den Betrieb zurückgelegt werden. Das langfristige Ziel des Betriebes ist die vollständige Energieautarkie. Nur weiter so!

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Zukunftsfähige Straßenbeleuchtung für Mondsee

Die Marktgemeinde Mondsee kann bereits stolz auf zahlreiche Klimaschutzmaßnahmen im kommunalen Bereich zurückblicken. Erwähnenswert ist beispielsweise, dass bereits 100 % aller öffentlichen Gebäude mit Erneuerbaren Energien ihre Wärme gewinnen und, wo es möglich war, mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern ausgestattet wurden.

Mondsee punktet auch als überregional durch die vorbildhafte Umstellung der öffentlichen Beleuchtung. Seit 2018 wird dies in einem mehrjährigen Projekt auf energieeffiziente LED-Beleuchtung umgestellt. Die bezogene Energie stammt zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energieträgern und es wurde beschlossen, ein Lichtsteuer- und Regelsystem zu installieren, das dem heutigen Stand der Technik entspricht. Darüber hinaus wird ein System zum Einsatz gebracht, durch welches Einsparungspotenziale erkannt werden, das wiederkehrende Aufsuchen der Leuchten minimiert werden kann und eine Störmeldeübertragung möglich ist. Auf diesem Weg können Wartungs- und Instandhaltungskosten gesenkt werden. Durch den Einsatz der effizienten Beleuchtung wird ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geliefert, eine Reduktion der CO2-Emissionen von 36,8 t CO2/Jahr bzw. 49,2 % soll erreicht und gleichzeitig auch eine wirtschaftlich sinnvolle Ortsbildverschönerung realisiert werden.

Ein wesentliches Augenmerk bei der Auswahl der Leuchten und des Tragwerks waren die Ausrüstbarkeit mit Bewegungsmeldern, Photozellen, Steuer- und Regeleinheiten sowie Funkfernsteuerungen. Im direkten Einsatz werden die Helligkeit der Leuchten entsprechend einem einstellbaren Dimmprofil sowie durch Bewegungsmelder gesteuert, auch der tatsächliche Ein- und Ausschaltzeitpunkt ändert sich täglich und wird von einem Georechner bestimmt. Dadurch wird Kunstlicht nur in Zeiten zur Verfügung gestellt, wo es wirklich benötigt wird, was Energie spart und Lichtemissionen reduziert. Warmweiße LEDs werden aufgrund der hohen Effizienz und ihres Farbspektrums eingesetzt. Ein möglichst geringer Blaulichtanteil soll nachtaktive Insekten schützen und „Lichtverschmutzung“ am Nachthimmel verhindern.

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