Collage

Gemeinsam INFORMIEREN, gemeinsam MOTIVIEREN zu Klimaschutzthemen!

Was machen eigentlich Klimaschutz-Initiativen? Bei uns ist das ganz einfach: wir sind zusammen unterwegs, informieren (uns), holen und geben Ideen und reden dann mit unseren Mitmenschen >> wenn es grad gut passt ūüėČ

Die beiden Klima- und Energiemodellregionen Fuschlsee-Wolfgangsee und Mondseeland unterst√ľtzen in Kooperation mit der LEADER-Region Fuschlsee Mondseeland und dem Technologiezentrum Mondseeland in ihrer Arbeit genau diese Zusammenschl√ľsse und wertvollen Initiativen! F√ľr die Zivilbev√∂lkerung, aber auch genauso f√ľr Gemeindevertreter:innen und viele weiteren Zielgruppen organisieren wir daher ein vielf√§ltiges Jahresprogramm in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten!

Im November 2022 besuchten wir gemeinsam den spannenden Vortrag von Bergsteigerlegende Peter Habeler im Rahmen des 50-Jahr-Jubil√§ums des Alpenvereins Thalgau und setzten im Zuge eines organisierten Vortrages einen thematischen Schwerpunkt auf „Lichtverschmutzung“.

Bei letzterem pr√§sentierten die beiden Experten Armin Kaspar von der Umweltschutzabteilung des Landes O√Ė und GF des Sternenparks Attersee-Traunsee Clemens Schnaitl eindrucksvoll, welche Auswirkungen k√ľnstliches Licht auf unseren Sternenhimmel, auf die Umwelt und nat√ľrlich auf den Menschen selbst hat bzw. langfristig haben wird, aber auch welche Herausforderungen und Chancen ein zertifizierter „Sternenpark“ mit sich bringt.

smartcapture

© KEM Mondseeland

„Licht, das mehr n√ľtzt als st√∂rt – Better light for a natural night“¬†– mit diesem Titel leitete Armin Kaspar seinen Vortrag ein und versetzte die Zuh√∂rer:innen ins Staunen, als er seine selbst mitgebrachten Leuchten abdrehte und der Sternenhimmel (unter kleiner Zuhilfenahme des Beamers ;)) pl√∂tzlich sichtbar wurde.

Der √ľberdurchschnittliche und nicht zielgerichtete Einsatz k√ľnstlichen Lichtes kann f√ľr den Menschen zur St√∂rung des Tag-Nacht-Rhythmus f√ľhren. Zu wenig Licht bei Tag und bei Nacht zu viel kann sich auf die Melatoninproduktion und die Verkehrstauglichkeit auswirken. Tiere und Pflanzen betreffend k√∂nnen Lebensbedingungen und -erwartungen von Tieren beeintr√§chtigt und die Vegetationsphase gest√∂rt werden. Bei zu wenig Gegenma√ünahmen k√∂nnen wir dar√ľber hinaus Gefahr laufen, dass der Sternenhimmel und die Nachtlandschaften zunehmend verschwinden. Das Land O√Ė hat im Bundesland insgesamt 23 verschiedene Messstationen, erkl√§rt Kaspar, wodurch jede Nacht die Himmelsaufhellung und somit der Grad der Verunreinigungen des Nachthimmels ermittelt werden k√∂nnen.

Jede Region, jede Gemeinde, jeder Betrieb und jede B√ľrgerin/jeder B√ľrger sollte sich die Frage stellen, wie viel Licht tats√§chlich n√∂tig ist und welchen Zweck eine Beleuchtung erf√ľllen soll. M√ľssen Natur- und Kulturdenkm√§ler wirklich die ganze Nacht erhellt werden? Macht es in der eigenen Gemeinde, bei einem privat zuhause oder im Betrieb Sinn, Beleuchtungssysteme zu sanieren, auszutauschen oder sogar wegzulassen? Welche Empfehlungen √ľber √ĖNORMEN gibt es zur Verringerung der St√∂rwirkung auf die Umwelt (z.B. durch technische Ma√ünahmen)?

Fakt ist, dass eine gezielte, bedarfsorientierte Beleuchtung Sinn macht, genauso wie nur zu den notwendigen Zeiten Licht einzusetzen, die Intensität so gering wie möglich zu halten, aber auch bei der Farbwahl der Beleuchtung an den Insektenschutz zu bedenken. Durch den gezielten Einsatz von Licht können eine bessere Umgebungswahrnehmung, weichere Kontraste sowie eine ruhigere Atmosphäre erzielt werden.

Mustergemeinden und -beispiele sind der Beweis daf√ľr, dass es auch ohne zu viel k√ľnstlichem Licht m√∂glich ist, dass ein gesunder Lebensraum von Mensch und Tier geschaffen werden kann und Dunkelgebiete sowie eine naturnahe Nacht erhalten werden k√∂nnen. Allen voran geht der seit April 2021 zertifizierte, uns direkt benachbarte Sternenpark Attersee-Traunsee (IDA = International Dark Sky Park). Der einzige Sternenpark in √Ėsterreich weist eine Fl√§che von 106 km¬≤ gesch√ľtzter Nachtlandschaft in den Gemeinden Altm√ľnster, Aurach, Sch√∂rfling, Weyregg und Steinbach auf, welchem durch die √úberschreitung des Schwellenwertes von 21,2 mag/arcsec¬≤ die Anerkennung zum Sternenpark m√∂glich werden konnte.

Bild1

© www.lightpollutionmap.info_bearb. Clemens Schnaitl

GF Clemens Schnaitl erl√§utert mitrei√üend, wie das geschafft wurde und welche Ma√ünahmen k√ľnstliches Licht reduzieren k√∂nnen. Argumente f√ľr den Sternenpark reichten von astronomischen, der Bewahrung des Weltkulturerbes und Genuss des Nachterlebnisses, √ľber Energiekosten, CO2-Bilanz und Beitrag zum Klimawandel bis hin zum Schutz von Pflanzen, Tieren und Menschen. Was wenige wissen ist, dass 90 % aller Schmetterlingsarten sowie 60 % aller Lebewesen nachtaktiv sind – durch die Lichtverschmutzung kann ihr Lebensraum verloren und die K√∂rperfunktionen gest√∂rt werden. Was uns Menschen betrifft, so betont Schnaitl, dass zu viel Beleuchtung uns aus dem Rhythmus bringt, unseren K√∂rper schw√§cht und noch dazu immense Kosten verursacht!

smartcapture

© KEM Mondseeland

Der Sternenpark nutzt das gesch√ľtzte Gebiet, um die Nachtnatur erlebbar zu machen, Besucher:innen zu lenken, Qualit√§t zu messen sowie, um diese auch zu sichern und um Partnerbetriebe zu generieren, die ebenfalls der Lichtverschmutzung entgegenwirken wollen.

Das Ziel in den Regionen sollte es sein, hier Bewusstsein zu bilden, Lichtmanagement langfristig zu planen und die Zusammenarbeit zu st√§rken. Gerade der Advent kann als Anlass gesehen werden, um auf die Problematik aufmerksam zu machen und noch intensiver zu sensibilisieren und Ma√ünahmen zu setzen. >>>¬†Hier noch ein „kleines“ Negativbeispiel ūüėČ >>>

20220120_Weihnachtsbeleuchtung_Unterach

© Clemens Schnaitl