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KEM Mondseeland präsentiert Klimaschutz-Vorbildbetrieb „Seminar- und Biobauernhof Aubauer“

Angelika und Hannes Strobl betreiben den Biobauernhof Aubauer in der Gemeinde St. Lorenz inmitten im reinen Grünland. Bereits vor 3 Jahrzehnten wurde der Hof auf 100 % biologische Produktion umgestellt, wobei es für den Aufbau eines Bioheumilch-Betriebes jahrelanger intensiver Arbeit bedarf. Der Hof, welcher seit 2011 auch als Seminarbauernhof geführt wird, beliefert seit 1996 mit den Erzeugnissen seiner 22-25 Kühe ca. 80 Schulen und Kindergärten aus dem Salzkammergut, dem angrenzenden Innviertel und dem Salzburger Land mit Schulmilch. Zu den Abnehmern der Bio-Heumilch gehören aber auch Großabnehmer und Gastronomen.

Hannes Strobl betreibt ein „offenes Haus“ – er und seine Frau legen großen Wert darauf zu vermitteln, was produziert und wie mit den Tieren umgegangen wird. Ein harmonisches Zusammenleben zwischen Tier und Mensch bewirken eine positive Wirkung auf die Qualität der Heumilch. Seine Produkte sind auch direkt am Hof erhältlich, in mehreren überdachten Automaten kann rund um die Uhr „eingekauft“ werden – von Biomilch mit unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen über Frischkäse, Naturjoghurt oder Magertopfen bis hin zu Aufstrichen, Würsten oder Nudelprodukten.

Strobl setzt seit vielen Jahren auf eine effiziente Regulierung des Energieverbrauchs in seinem Betrieb. Auch die Kombination seines elektrisch betriebenen Lieferwagens, einem Peugeot Partner, und der im Frühjahr 2020 realisierten PV-Anlage auf seinen Stall- und Hallendächern mit einer installierten Leistung von rund 47 kWp zeigt seine Neigung zu starkem Umweltbewusstsein. Die Kühlung der Milchtanks und des Kühlraumes erfolgt mit Hilfe einer Eiswasserkühlung. Das Eiswasser wird mit 2 Kälteaggregaten produziert, die mit dem eigenen Strom betrieben werden – „gekühlt wird mit der Sonne“. Den überschüssigen Strom, den er nicht für den Eigenverbrauch nutzt, möchte Strobl künftig auch zur Wärmeproduktion durch Warmwasserspeicherung von ca. 7 000 l Wasser einsetzen. Basis für die umgesetzten Maßnahmen stellte die Lastprofilmessung, ein Angebot der Klima- und Energiemodellregion Mondseeland, und die daraus abgeleiteten Ergebnisse im Betrieb im Jahr 2017 dar. Ziel war es, anhand der Werte den Stromverbrauch und die Lastspitzen zu analysieren, um auf dieser Grundlage schließlich maßgeschneiderte Maßnahmen zur Regulation des Verbrauchs abzuleiten.

Die gelebte Nachhaltigkeit wird im Betrieb jedoch auf mehreren Ebenen spürbar, was auch die jüngsten Entwicklungen zeigen. Im Laufe des ersten Schulsemesters 2020/21 führt Oberösterreich als erstes Bundesland die 100 %ige Kreislaufwirtschaft für den Schulmilchbecher ein. Aus den gesammelten Verpackungen aus recyceltem Kunststoff werden dabei nach Gebrauch erneut neue Becher hergestellt und dies unendlich oft. Es handelt sich um ein einmaliges und zukunftsweisendes Projekt – denn den vollständig geschlossenen und sogar regionalen Recyclingkreislauf für die Schulmilch-Verpackung gab es so in der Form international betrachtet bisher noch nicht. Das 100% recycelte rPET schont die Umwelt und weist einen niedrigen CO2-Fußabdruck dank reduziertem Materialeinsatz und weniger Gewicht auf. Auch der Lebensmittelkontakt ist zu 100 % sicher. Der Schulmilch rPET Becher wirkt damit positiv auf alle drei Säulen der Nachhaltigkeit – sozial verträglich, ökologisch und mit ökonomischem Mehrwert für die Region. Hohe Produktqualität und ein bewusster Umgang mit endlichen Ressourcen – genau diesen Werten folgt der Schulmilchbauer mit seiner Arbeit.

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Ansicht Aubauer Betrieb

Ansicht Aubauer_Automaten

Fotos: KEM Mondseeland 2020